Zustellung & Kurierdienst
Paketzusteller & Postbote
Paketzusteller und Postboten bringen Sendungen zum Empfänger; Paket und Brief sind dabei zwei verschiedene Arbeiten, und ein sehr großer Teil der Stellen kommt von zwei Konzernen.
372 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Paketzusteller & Postbote verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.400 € | 2.600 € | 28.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.700 € | 3.000 € | 32.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.700 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € |
Kein anderer Beruf dieses Katalogs hängt so stark an einer einzigen Frage: ob ein Tarifvertrag gilt. Bei den großen Zustellunternehmen mit Haustarifvertrag liegen die Entgelte deutlich über dem, was Subunternehmer ohne Tarifbindung zahlen, und dort bewegt sich die Vergütung nahe am gesetzlichen Mindestlohn. Hinzu kommen Unterschiede zwischen Vollzeit und den in dieser Branche verbreiteten Teilzeitverträgen, Zuschläge für Samstags- und Sonntagsarbeit sowie zeitlich befristete Zulagen in der Weihnachtsspitze. Die angegebenen Werte beziehen sich auf Vollzeit ohne Zuschläge und Prämien.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Paketzusteller?
Er übernimmt eine Tour und bringt sie zu Ende. Der Tag beginnt in der Zustellbasis mit dem Sortieren und Verladen der eigenen Sendungen, dann folgt die Tour mit dem Fahrzeug oder zu Fuß, und am Ende stehen Rückläufer, Nachnahmen, Belege und das abgerechnete Fahrzeug. Dazwischen liegt die eigentliche Leistung: Adressen finden, Klingeln, Nachbarn, Paketkästen, Unterschriften, Ausweiskontrollen bei bestimmten Sendungen und die ständige Abwägung, wie lange ein Zustellversuch dauern darf.
Paket und Brief sind dabei nicht dieselbe Arbeit, auch wenn die Stellentitel beides in einem Atemzug nennen. Die Briefzustellung ist von der Menge der Sendungen bestimmt, vom Gehen und vom frühen Beginn; sie verlangt Sortiergenauigkeit und Ortskenntnis. Die Paketzustellung ist von Gewicht und Volumen bestimmt, vom Heben, vom Treppensteigen und von einer Stückzahl je Tour, die in den Ballungsräumen regelmäßig dreistellig ist. Wo beides zusammen zugestellt wird, addieren sich die Anforderungen. Ein sehr großer Teil der ausgeschriebenen Stellen entfällt auf zwei Konzerne und ihre Zustellgesellschaften; daneben stehen Subunternehmer, die für dieselben Auftraggeber fahren, aber unter eigenen Bedingungen beschäftigen.
Wie wird man Paketzusteller?
In aller Regel ohne Ausbildung. Verlangt werden die Fahrerlaubnis der Klasse B, körperliche Belastbarkeit und ein einwandfreies Führungszeugnis; eingearbeitet wird im Betrieb, meist in wenigen Tagen auf der Tour eines erfahrenen Zustellers. Das macht den Beruf zu einem der wichtigsten Einstiege für Quereinsteiger im ganzen Katalog.
Anerkannte Ausbildungsberufe gibt es gleichwohl. Die Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen wird nach § 2 der zugehörigen Verordnung in zwei Jahren ausgebildet, der Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen nach § 2 seiner Verordnung in drei Jahren. Beide führen weniger auf die Tour als in Sortierung, Steuerung und Vertrieb dieser Unternehmen und sind der übliche Weg nach innen, etwa in die Zustellstützpunktleitung.
Was der Beruf verlangt
Zuerst Ausdauer. Der Arbeitstag beginnt früh, er ist körperlich, und er endet erst, wenn die Tour fertig ist. Zeitdruck gehört zur Sache, weil die Zahl der Stopps und der Sendungen je Tour vorgegeben ist und Verkehr, Wetter und nicht angetroffene Empfänger sich nicht daran halten. Heben und Tragen bestimmen den Verschleiß, Treppen und Nässe das Unfallrisiko, und wer im Winter im Dunkeln beginnt und im Dunkeln endet, braucht dafür eine gewisse Gleichmut.
Die Arbeitszeit liegt überwiegend am frühen Morgen und am Tag, Nachtarbeit ist eher in der Sortierung verbreitet. Wo sie anfällt, gelten dieselben Regeln wie überall in dieser Branche: § 6 des Arbeitszeitgesetzes verlangt einen angemessenen Ausgleich, soweit kein Tarifvertrag Sätze festlegt, und § 3b des Einkommensteuergesetzes bestimmt die Grenze der Steuerfreiheit. Die Bezahlung liegt in diesem Beruf ohne Tarifbindung nahe am gesetzlichen Mindestlohn; wo ein Haus- oder allgemeinverbindlicher Tarifvertrag gilt, liegt sie deutlich darüber. Diese Frage ist deshalb die wichtigste vor der Unterschrift.
Aussichten
Das Sendungsaufkommen wächst weiter, und die Zustellung auf der letzten Meile ist der Teil der Kette, der sich am schlechtesten automatisieren lässt. Der Bedarf ist entsprechend dauerhaft, die Fluktuation hoch, und Einstellungen erfolgen ganzjährig mit einer deutlichen Spitze vor Weihnachten. Wer bleibt, kann in die Verbundzustellung, in die Sortierung, in die Tourenplanung oder in die Leitung eines Zustellstützpunktes wechseln; mit einer Fahrerlaubnis der Klasse C öffnet sich zusätzlich der Nahverkehr.
Aufgaben
- Sendungen sortieren und das Zustellfahrzeug beladen
- Pakete und Briefe auf der zugewiesenen Tour zustellen
- Empfang quittieren lassen und Sendungen dokumentieren
- Nachnahmen und Entgelte abrechnen
- Nicht zugestellte Sendungen zurückführen
- Abholungen bei Geschäftskunden übernehmen
- Handscanner und Zustellsoftware bedienen
- Fahrzeug prüfen, pflegen und Mängel melden
Voraussetzungen
- Fahrerlaubnis der Klasse B
- Körperliche Belastbarkeit für Heben, Tragen und Treppen
- Ortskenntnis oder schnelle Orientierung
- Bereitschaft zu frühem Arbeitsbeginn und Samstagsdienst
- Freundlicher Umgang an der Haustür
- Einwandfreies Führungszeugnis
Wo man arbeitet
- Zustellbasen der großen Post- und Paketdienste
- Subunternehmer der Kurier-, Express- und Paketbranche
- Regionale Kurierdienste und Apothekenlogistik
- Sortier- und Umschlagzentren
- Werkverkehr von Handel und Onlineversand
Der Weg in den Beruf
Für die Zustellung selbst ist kein Abschluss vorgeschrieben; eingearbeitet wird im Betrieb, verlangt werden die Fahrerlaubnis der Klasse B und ein einwandfreies Führungszeugnis. Anerkannte Ausbildungsberufe der Branche sind die Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen mit zwei Jahren nach § 2 der zugehörigen Verordnung und der Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen mit drei Jahren nach § 2 seiner Verordnung. Beide führen vor allem in Sortierung, Steuerung, Vertrieb und Stützpunktleitung. Aufbauend folgen der Geprüfte Fachwirt für Logistiksysteme und der Logistikmeister; mit der Fahrerlaubnis der Klasse C und der Berufskraftfahrerqualifikation steht der Wechsel in den Nahverkehr offen.
Offene Stellen als Paketzusteller & Postbote
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