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Lager & Kommissionierung

Lagermitarbeiter

Lagermitarbeiter nehmen Ware an, lagern sie ein, kommissionieren und versenden; die Bezeichnung fasst Lagerist, Lagerhelfer und Lagerarbeiter zusammen und setzt keinen Abschluss voraus.

236 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Lagermitarbeiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.300 € 2.500 € 27.600 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.600 € 2.900 € 31.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.600 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €

Die Spanne wird von vier Dingen bestimmt, und die Berufsjahre gehören nicht dazu: Tarifbindung, Region, Schichtmodell und die Frage, ob der Arbeitgeber der Einsatzbetrieb oder ein Personaldienstleister ist. Ohne Tarifbindung liegt die Vergütung in einfachen Lagertätigkeiten nahe am gesetzlichen Mindestlohn; in tarifgebundenen Häusern und in der Zeitarbeit mit Branchenzuschlägen liegt sie deutlich darüber. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit machen im Dreischichtbetrieb einen erheblichen Teil des ausgezahlten Betrages aus, erhöhen aber die Rentenanwartschaft nicht, soweit sie steuerfrei bleiben. Angegeben ist das Grundgehalt in Vollzeit ohne Zuschläge.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Lagermitarbeiter?

Er hält den Warenfluss einer Halle in Gang. Am Wareneingang werden Lieferungen entladen, gegen Lieferschein und Bestellung geprüft, erfasst und eingelagert; im Bestand wird umgelagert, nachgeschoben und inventiert; am Ausgang wird kommissioniert, verpackt, etikettiert und verladen. Dazwischen liegen Aufgaben, die selten in Anzeigen stehen und den Tag doch bestimmen: Paletten tauschen, Leergut ordnen, Ladungsträger prüfen, Fehlmengen melden, Ordnung und Wege frei halten.

Lagerist, Lagerhelfer, Lagerarbeiter und Logistikmitarbeiter bezeichnen dieselbe Tätigkeit; die Wörter stehen in den Titeln oft nebeneinander. Ein Abschluss ist nicht vorgeschrieben, und darin liegt die Bedeutung dieses Berufs für den Arbeitsmarkt: Er ist der breiteste Einstieg in die Branche. Geführt wird die Arbeit heute fast überall über ein Lagerverwaltungssystem mit Handscanner oder Sprachkommissionierung, das jeden Schritt vorgibt und zugleich misst. Wie stark die Leistung dabei gezählt wird, unterscheidet Betriebe deutlicher voneinander als die Ware, die sie lagern.

Wie wird man Lagermitarbeiter?

Über eine Einarbeitung im Betrieb, die je nach Halle wenige Tage bis wenige Wochen dauert. Verlangt werden körperliche Belastbarkeit, Sorgfalt und die Bereitschaft zur Schicht; häufig kommt der Flurförderzeugschein hinzu, der auf Kosten des Betriebs erworben werden kann. Ein erheblicher Teil der Stellen wird über Personaldienstleister besetzt, und für viele ist der Verleiher der erste Arbeitgeber in dieser Branche.

Wer bleiben will, hat einen klar beschriebenen Weg nach oben. Die Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich regelt zwei Abschlüsse, den Fachlageristen mit zwei Jahren und die Fachkraft für Lagerlogistik mit drei; nach § 45 Absatz 2 des Berufsbildungsgesetzes kann zur Abschlussprüfung auch zugelassen werden, wer das Eineinhalbfache der vorgeschriebenen Ausbildungsdauer im Beruf gearbeitet hat. Über diesen Weg holen viele einen Abschluss nach, ohne die Arbeit zu unterbrechen; über die Zulassung entscheidet die zuständige Industrie- und Handelskammer.

Was der Beruf verlangt

Körperliche Ausdauer und die Fähigkeit, über Stunden gleichmäßig sorgfältig zu bleiben. Heben und Tragen, Zwangshaltungen beim Greifen aus Bodenhöhe und über Kopf, Zugluft an den Toren und Kälte im Frischebereich sind die typischen Belastungen. Dazu kommt die Schicht: Früh, Spät, Nacht oder rollender Wechsel bestimmen den Alltag und über die Zuschläge einen erheblichen Teil des Einkommens. § 6 des Arbeitszeitgesetzes verlangt für Nachtarbeit bezahlte freie Tage oder einen angemessenen Zuschlag, soweit kein Tarifvertrag etwas regelt, und § 3b des Einkommensteuergesetzes bestimmt, bis zu welcher Höhe ein Zuschlag steuerfrei bleibt.

Wer über einen Personaldienstleister arbeitet, sollte zwei Vorschriften kennen. § 8 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes stellt den Gleichstellungsgrundsatz auf, lässt aber tarifliche Abweichungen beim Entgelt für die ersten neun Monate einer Überlassung zu; Branchenzuschlagstarifverträge nähern das Entgelt danach stufenweise an. § 1 Absatz 1b begrenzt die Überlassung an denselben Entleiher auf achtzehn aufeinander folgende Monate.

Aussichten

Der Bedarf bleibt hoch, weil Onlinehandel, Ersatzteilversorgung und Produktion ohne Lager nicht auskommen. Gleichzeitig verändert die Technik die Arbeit: Regalbediengeräte, Fahrerlose Transportsysteme und automatische Kommissionierung übernehmen die gleichförmigen Wege, während Sonderfälle, Störungen und Qualitätsprüfung beim Menschen bleiben. Wer den Flurförderzeugschein, Gefahrgut- oder Gefahrstoffkenntnisse und Erfahrung mit dem Lagerverwaltungssystem mitbringt, kommt schneller in die feste Anstellung und danach in Spezialbereiche oder in die Schichtführung.

Aufgaben

  • Lieferungen entladen und auf Menge und Zustand prüfen
  • Wareneingänge im Lagerverwaltungssystem erfassen
  • Güter nach ihren Eigenschaften einlagern und umlagern
  • Aufträge kommissionieren und bereitstellen
  • Sendungen verpacken, etikettieren und verladen
  • Bestände zählen und an der Inventur mitwirken
  • Ladungsträger und Leergut ordnen und prüfen
  • Ordnung, Sauberkeit und freie Wege in der Halle sichern

Voraussetzungen

  • Körperliche Belastbarkeit für Heben und Tragen
  • Sorgfalt bei Mengen, Chargen und Etiketten
  • Bereitschaft zu Schicht- und Wochenendarbeit
  • Umgang mit Handscanner und Lagersoftware
  • Flurförderzeugschein von Vorteil
  • Grundkenntnisse der deutschen Sprache für Anweisungen

Wo man arbeitet

  • Logistikzentren des Handels und Onlineversands
  • Produktionslager der Industrie
  • Speditionen und Kontraktlogistik
  • Ersatzteil- und Pharmalager
  • Personaldienstleister mit Lagerüberlassung

Der Weg in den Beruf

Für die Tätigkeit selbst ist kein Abschluss vorgeschrieben; eingearbeitet wird im Betrieb, häufig ergänzt um den Flurförderzeugschein. Die passenden Ausbildungsberufe regelt die Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich: der Fachlagerist mit zwei Jahren und die Fachkraft für Lagerlogistik mit drei Jahren nach § 2 dieser Verordnung. Erwachsene mit Berufserfahrung erreichen denselben Abschluss über eine Umschulung oder über die Zulassung in besonderen Fällen nach § 45 Absatz 2 des Berufsbildungsgesetzes, für die das Eineinhalbfache der vorgeschriebenen Ausbildungsdauer im Beruf nachzuweisen ist; über die Zulassung entscheidet die Industrie- und Handelskammer. Aufbauend folgen Logistikmeister und Fachwirt.

Verwandte Berufe

Fachlagerist

Fachlageristen nehmen Güter an, lagern, kommissionieren und versenden sie; die Ausbildung dauert zwei Jahre und kann im dritten Jahr zur Fachkraft für Lagerlogistik fortgesetzt werden.

Offene Stellen
66
Monatsbrutto
2.300 – 3.800 €

Kommissionierer

Kommissionierer stellen aus dem Lagerbestand die einzelnen Aufträge zusammen; die Arbeit ist getaktet, körperlich und wird fast überall in Stückzahl und Zeit gemessen.

Offene Stellen
90
Monatsbrutto
2.200 – 3.400 €

Staplerfahrer

Staplerfahrer bewegen Lasten mit Flurförderzeugen; Staplerfahrer ist kein Ausbildungsberuf, sondern eine Qualifikation nach der DGUV Vorschrift 68 mit schriftlicher Beauftragung durch den Betrieb.

Offene Stellen
166
Monatsbrutto
2.300 – 3.600 €

Versandmitarbeiter

Versandmitarbeiter machen Sendungen fertig und auf den Weg: packen, etikettieren, Papiere erstellen, verladen und die Ladung sichern.

Offene Stellen
20
Monatsbrutto
2.200 – 3.600 €

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