Zum Inhalt springen

Disposition & Spedition

Materialdisponent

Materialdisponenten stellen sicher, dass Fertigung und Handel versorgt sind; sie disponieren Bedarfe, Bestellungen und Bestände und nicht Fahrzeuge.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Materialdisponent verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.200 € 3.600 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.800 € 4.300 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.400 € 5.100 € 52.800 €

Maßgeblich sind Branche, Betriebsgröße und Umfang der Verantwortung. Die Disposition weniger Artikelgruppen in einem mittelständischen Betrieb wird anders bewertet als die Versorgung mehrerer Werke mit internationalem Einkauf und eigener Bestandsverantwortung. Der stärkste Hebel ist das Tarifwerk: In der Metall- und Elektroindustrie liegen vergleichbare Stellen regelmäßig über dem, was Logistikdienstleister und Handelsbetriebe zahlen. Hinzu kommen Region, Sprachanforderungen und variable Bestandteile aus Zielvereinbarungen, die in größeren Häusern üblich sind. Angegeben ist das Grundgehalt ohne variable Bestandteile.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Materialdisponent?

Er sorgt dafür, dass das Material da ist, bevor es gebraucht wird. Aus Absatzplan, Stücklisten und Bedarfsmeldungen entstehen Bestellvorschläge; daraus werden Bestellungen, Abrufe aus Rahmenverträgen und Lieferpläne. Termine werden mit Lieferanten verhandelt und nachgehalten, Auftragsbestätigungen geprüft, Mahnungen geschrieben, Ersatzquellen gesucht, wenn eine Lieferung ausfällt. Dazu kommt die Pflege der Parameter, an denen das System rechnet: Wiederbeschaffungszeiten, Sicherheitsbestände, Losgrößen und Mindestbestellmengen.

Der Unterschied zum Disponenten der Spedition ist grundlegend und wird oft übersehen. Dort werden Fahrzeuge und Touren eingeteilt, hier Bedarfe und Bestände; die Bezeichnung ist dieselbe, der Beruf ein anderer. Am nächsten steht die Materialdisposition dem Einkauf, von dem sie sich dadurch unterscheidet, dass sie nicht Lieferanten auswählt und Preise verhandelt, sondern Mengen und Termine steuert. In kleineren Betrieben fallen beide Rollen zusammen.

Wie wird man Materialdisponent?

Über eine kaufmännische oder technische Ausbildung mit anschließender Erfahrung. Üblich sind der Industriekaufmann, der Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, der Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung oder ein technischer Beruf mit kaufmännischer Weiterbildung. Wer aus der Fertigung kommt, bringt ein Verständnis für Stücklisten und Durchlaufzeiten mit, das schwer zu lehren ist.

Aufbauend eignen sich der Geprüfte Fachwirt für Logistiksysteme, der Fachkaufmann für Einkauf und Logistik sowie Lehrgänge in Materialwirtschaft und Bedarfsplanung; ein Studium der Betriebswirtschaft oder der Logistik führt in das Supply Chain Management. Entscheidend ist in jedem Fall die sichere Beherrschung des Warenwirtschafts- oder Planungssystems, weil die Arbeit fast vollständig darin stattfindet.

Was der Beruf verlangt

Die Fähigkeit, mit unvollständigen Vorhersagen zu arbeiten. Bedarfe schwanken, Lieferzeiten verschieben sich, und die Entscheidung zwischen zu viel Bestand und zu wenig Versorgung fällt täglich neu. Gefragt sind Zahlenfestigkeit, Beharrlichkeit gegenüber Lieferanten und die Bereitschaft, eine drohende Fehlmenge früh zu melden statt sie auszusitzen.

Die Arbeitszeit liegt im Tagesdienst; Termindruck entsteht nicht aus Schichtplänen, sondern aus Fertigungsterminen und Bestellfristen. Belastend ist die Dauerhaftigkeit dieses Drucks und die Erreichbarkeit, wenn ein Band stillzustehen droht. Wer im internationalen Einkauf disponiert, arbeitet zusätzlich gegen Zeitzonen und braucht Englisch auf sicherem Niveau; Zoll-, Präferenz- und Lieferkettenpflichten haben den Dokumentationsaufwand in den letzten Jahren deutlich erhöht.

Aussichten

Die Rolle hat an Bedeutung gewonnen, weil Versorgungssicherheit zum Wettbewerbsfaktor geworden ist und Lieferketten störanfälliger sind als früher. Planungssysteme rechnen mehr als früher selbst, was die Routine reduziert und die Ausnahmebearbeitung in den Vordergrund rückt. Gesucht werden Disponenten, die Systemvorschläge beurteilen statt sie zu bestätigen, und die bei einem Ausfall schnell Alternativen aufbauen. Die Wege führen in den strategischen Einkauf, in die Produktionsplanung und in das Supply Chain Management.

Aufgaben

  • Bedarfe aus Absatzplan und Stücklisten ermitteln
  • Bestellungen und Abrufe auslösen
  • Liefertermine verhandeln und nachhalten
  • Bestände, Reichweiten und Sicherheitsbestände steuern
  • Dispositionsparameter im System pflegen
  • Lieferengpässe erkennen und Alternativen suchen
  • Rechnungs- und Mengendifferenzen klären
  • Bestandskennzahlen auswerten und berichten

Voraussetzungen

  • Kaufmännische oder technische Ausbildung
  • Erfahrung in Materialwirtschaft oder Einkauf
  • Sicherer Umgang mit Warenwirtschafts- und Planungssystemen
  • Zahlenverständnis und analytisches Arbeiten
  • Englischkenntnisse für internationale Lieferanten
  • Beharrlichkeit bei der Terminverfolgung

Wo man arbeitet

  • Fertigungsbetriebe der Industrie
  • Groß- und Außenhandelsunternehmen
  • Ersatzteil- und Instandhaltungsorganisationen
  • Anlagen- und Maschinenbau
  • Handelsunternehmen mit eigener Beschaffung

Der Weg in den Beruf

Einen Ausbildungsberuf dieses Namens gibt es nicht. Üblich sind kaufmännische Ausbildungen wie der Industriekaufmann, der Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder der Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung nach § 2 der zugehörigen Verordnung, ebenso technische Berufe mit kaufmännischer Weiterbildung. Aufbauend eignen sich der Geprüfte Fachwirt für Logistiksysteme, der Fachkaufmann für Einkauf und Logistik sowie Lehrgänge in Materialwirtschaft und Bedarfsplanung. Ein Studium der Betriebswirtschaft, der Logistik oder des Wirtschaftsingenieurwesens führt weiter in Einkauf, Produktionsplanung und Supply Chain Management.

Offene Stellen als Materialdisponent

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Disponent

Disponenten steuern Fahrzeuge, Touren und Ladungen; sie entscheiden täglich, welcher Auftrag auf welches Fahrzeug kommt, und tragen dafür Termin- und Kostenverantwortung.

Offene Stellen
294
Monatsbrutto
2.700 – 4.900 €

Logistikplaner

Logistikplaner entwerfen Materialflüsse, Lagerstrukturen und Prozesse; sie arbeiten an dem, was in einem Jahr laufen soll, und nicht an dem, was heute zu verladen ist.

Offene Stellen
25
Monatsbrutto
3.400 – 6.200 €

Sachbearbeiter Logistik

Sachbearbeiter in der Logistik führen den kaufmännischen Teil des Warenflusses: Aufträge erfassen, Termine bestätigen, Sendungen buchen, Rechnungen und Reklamationen bearbeiten.

Offene Stellen
25
Monatsbrutto
2.600 – 4.400 €

Supply Chain Manager

Supply Chain Manager steuern die Lieferkette vom Lieferanten bis zum Kunden; sie verantworten Bestände, Lieferfähigkeit und Kosten über Abteilungs- und Ländergrenzen hinweg.

Offene Stellen
38
Monatsbrutto
3.800 – 7.200 €

Diese Seite setzt nur die Cookies, die für den Betrieb nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.