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Disposition & Spedition

Disponent

Disponenten steuern Fahrzeuge, Touren und Ladungen; sie entscheiden täglich, welcher Auftrag auf welches Fahrzeug kommt, und tragen dafür Termin- und Kostenverantwortung.

294 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Disponent verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.300 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.600 € 4.000 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.200 € 4.900 € 50.400 €

Entscheidend ist weniger die Berufserfahrung als der Zuschnitt der Stelle. Eine Disposition mit wenigen eigenen Fahrzeugen im Nahverkehr wird anders bewertet als die Steuerung eines internationalen Verkehrs mit Frachteinkauf und Ergebnisverantwortung. Dazu kommen die regionalen Tarifwerke des Speditionsgewerbes, die Betriebsgröße und die Frage, ob Rufbereitschaft gesondert vergütet wird oder im Gehalt aufgeht. Variable Bestandteile aus Zielvereinbarungen sind in größeren Häusern verbreitet und in kleinen Speditionen selten. Angegeben ist das Grundgehalt ohne Rufbereitschaft, Prämien und Überstunden.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Disponent?

Er ist die Stelle, an der die Logistik gesteuert wird. Aufträge, Fahrzeuge, Fahrer, Lenkzeiten, Rampenfenster und Kosten laufen hier zusammen, und aus diesen Größen entsteht jeden Tag ein Tourenplan, der bereits am Vormittag nicht mehr stimmt. Die eigentliche Leistung besteht deshalb weniger im Planen als im Umplanen: ein Fahrzeug fällt aus, eine Ladung ist nicht fertig, ein Kunde meldet eine Zusatzsendung, und der Plan muss innerhalb von Minuten neu stehen, ohne dass Lenkzeiten gerissen oder Zusagen gebrochen werden.

Dazu kommen die Aufgaben, die den Tag rahmen: Frachtraum einkaufen und verkaufen, Subunternehmer beauftragen und überwachen, Sendungen verfolgen, Schäden und Reklamationen aufnehmen, Kennzahlen zu Auslastung und Pünktlichkeit führen, Abrechnung vorbereiten. In der Fuhrparkdisposition kommen Wartung, Prüfungen und der Einsatz von Leihfahrzeugen hinzu. Der Beruf ist damit zur Hälfte Planung und zur Hälfte Kommunikation, denn zwischen Fahrer, Kunde, Lager und Geschäftsführung sitzt niemand sonst.

Wie wird man Disponent?

Es gibt keinen Ausbildungsberuf dieses Namens, und darin liegt der Unterschied zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, mit dem die Rolle oft verwechselt wird. Der Speditionskaufmann ist der Abschluss, dessen Ausbildung nach § 2 der zugehörigen Verordnung drei Jahre dauert; die Disposition ist die Tätigkeit, die ein Teil dieser Kaufleute später ausübt. Besetzt wird sie ebenso häufig aus dem Fahrdienst heraus, weil niemand die Wege, die Rampen und die Grenzen eines Fahrzeugs besser kennt als jemand, der selbst gefahren ist. Weitere Zugänge sind die Fachkraft für Lagerlogistik mit anschließender Erfahrung in der Steuerung sowie kaufmännische Berufe aus Industrie und Handel.

Wer aufbauen will, hat zwei Richtungen: den Geprüften Fachwirt für Logistiksysteme oder den Fachwirt im Bereich Spedition und Logistik für die kaufmännische Seite, den Verkehrsfachwirt für die verkehrsrechtliche. Ein Studium der Logistik oder der Betriebswirtschaft führt in die Leitung größerer Verkehrsbetriebe.

Was der Beruf verlangt

Die Belastung ist nicht körperlich, sondern zeitlich und nervlich. Disposition heißt Termindruck über den ganzen Tag, Entscheidungen unter unvollständiger Information und die Bereitschaft, unangenehme Nachrichten selbst zu überbringen. Dazu kommt eine Erreichbarkeit, die über die Schicht hinausreicht: Fahrer melden sich, wenn etwas passiert, und das ist selten zur Bürozeit. Wer in dieser Rolle dauerhaft arbeiten will, braucht klare Absprachen darüber, wann das Telefon aus sein darf, und einen Betrieb, der Rufbereitschaft als solche bezahlt statt sie vorauszusetzen.

Fachlich verlangt der Beruf sichere Kenntnisse der Lenk- und Ruhezeiten nach der Verordnung (EG) Nr. 561/2006, des Frachtrechts und der Kalkulation, dazu Routine in Transportmanagement- und Telematiksystemen. Gute Disponenten erkennt man daran, dass sie ihre Fahrer kennen und deren Belastung in die Planung einrechnen.

Aussichten

Die Steuerung ist die Stelle, an der Logistikunternehmen ihr Geld verdienen oder verlieren, und sie lässt sich bislang nur teilweise automatisieren. Planungssysteme schlagen Touren vor, aber die Ausnahme entscheidet noch immer ein Mensch. Der Bedarf ist stabil, die Fluktuation hoch, und wer Erfahrung mit einem bestimmten Verkehr mitbringt, wird gesucht. Wechselmöglichkeiten bestehen in die Fuhrpark- und Niederlassungsleitung, in die Verkehrsleitung mit der fachlichen Eignung nach dem Güterkraftverkehrsrecht und in das Transportmanagement verladender Unternehmen.

Aufgaben

  • Touren planen und Fahrzeuge disponieren
  • Aufträge annehmen, prüfen und einlasten
  • Lenk- und Ruhezeiten in der Planung berücksichtigen
  • Frachtraum einkaufen und Subunternehmer beauftragen
  • Sendungen verfolgen und Abweichungen klären
  • Reklamationen und Schäden aufnehmen
  • Kennzahlen zu Auslastung und Pünktlichkeit führen
  • Abrechnung und Frachtprüfung vorbereiten

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung oder Erfahrung im Fahrdienst
  • Kenntnisse in Lenk- und Ruhezeiten sowie Frachtrecht
  • Sicherer Umgang mit Transportmanagementsystemen
  • Belastbarkeit unter Termindruck
  • Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Schichtdienst
  • Durchsetzungsvermögen und ruhiger Ton am Telefon

Wo man arbeitet

  • Speditionen und Logistikdienstleister
  • Fuhrparks von Industrie und Handel
  • Kurier-, Express- und Paketdienste
  • Entsorgungs- und Baustoffbetriebe
  • Kontraktlogistik an Standorten mit eigenem Verkehr

Der Weg in den Beruf

Einen Ausbildungsberuf dieses Namens gibt es nicht. Der naheliegende Abschluss ist der Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, dessen Ausbildung nach § 2 der zugehörigen Verordnung drei Jahre dauert; ebenso führen die Fachkraft für Lagerlogistik und kaufmännische Berufe aus Industrie und Handel in die Disposition. Ein verbreiteter Weg ist der Aufstieg aus dem Fahrdienst, weil Streckenkenntnis und Verständnis für den Betrieb eines Fahrzeugs hier schwer zu ersetzen sind. Aufbauend folgen der Geprüfte Fachwirt für Logistiksysteme, der Fachwirt im Bereich Spedition und Logistik, der Verkehrsfachwirt und die fachliche Eignung im Güterkraftverkehr sowie ein Studium der Logistik oder Betriebswirtschaft.

Offene Stellen als Disponent

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