Supply Chain & Logistikplanung
Supply Chain Manager
Supply Chain Manager steuern die Lieferkette vom Lieferanten bis zum Kunden; sie verantworten Bestände, Lieferfähigkeit und Kosten über Abteilungs- und Ländergrenzen hinweg.
38 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Supply Chain Manager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.200 € | 4.700 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.500 € | 5.100 € | 5.800 € | 61.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.300 € | 6.100 € | 7.200 € | 73.200 € |
Die Spanne hängt an drei Größen: der Unternehmensgröße, der Reichweite der Verantwortung und der Branche. Eine Stelle mit Planungsaufgaben für einen Standort wird deutlich anders bewertet als die Verantwortung für die Kette eines internationalen Geschäftsbereichs mit eigener Budget- und Bestandsverantwortung. Industrie, Pharma und Konsumgüter zahlen regelmäßig über dem Logistikdienstleistungsgewerbe, und wo Industrietarifverträge greifen, liegt das Niveau über den regionalen Tarifwerken der Logistik. Variable Bestandteile aus Zielvereinbarungen sind hier die Regel und können einen erheblichen Teil ausmachen. Angegeben ist das feste Grundgehalt ohne variable Bestandteile.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Supply Chain Manager?
Er verantwortet die Kette und nicht ein Glied davon. Beschaffung, Produktionsplanung, Bestände, Transport, Lager und Absatz hängen voneinander ab, und diese Rolle sorgt dafür, dass sie auf dieselbe Prognose hin arbeiten. Zum Aufgabenbild gehören Bedarfs- und Absatzplanung, Bestandsstrategie über mehrere Stufen, Lieferantenentwicklung und Rahmenverträge, die Auswahl und Steuerung von Logistikdienstleistern, die Gestaltung von Netzwerken und die Bewertung von Risiken in der Versorgung.
Ein wachsender Teil der Arbeit ist Berichts- und Nachweisarbeit: Lieferfähigkeit, Bestandsreichweite und Frachtkosten werden gegenüber der Geschäftsführung verantwortet, und Anforderungen an Herkunftsnachweise, Sorgfaltspflichten in der Lieferkette und Zollpräferenzen erzeugen zusätzliche Dokumentation. Vom Logistikmanager unterscheidet sich die Rolle durch die Reichweite: Dieser steuert die eigene Logistik, jener die gesamte Kette einschließlich Lieferanten und Kunden.
Wie wird man Supply Chain Manager?
In aller Regel über ein Studium. Üblich sind Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Logistik, Supply Chain Management, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsinformatik, gefolgt von einigen Jahren in Disposition, Einkauf, Produktionsplanung oder Logistik. Der zweite Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung oder als Industriekaufmann, mehrere Jahre Praxis und den Geprüften Fachwirt für Logistiksysteme oder den Geprüften Betriebswirt.
Entscheidend sind in beiden Fällen drei Dinge: sichere Datenarbeit, Erfahrung mit dem Planungs- und Warenwirtschaftssystem des Hauses und Englisch auf Verhandlungsniveau, weil Lieferanten und Werke selten im selben Land sitzen. Zertifikate in Planungsmethoden und Projektmanagement sind verbreitet und ersetzen keine Betriebserfahrung.
Was der Beruf verlangt
Die Bereitschaft, Zielkonflikte auszuhalten, statt sie aufzulösen. Hohe Lieferfähigkeit und niedrige Bestände widersprechen einander, kurze Wiederbeschaffungszeiten und günstige Einkaufspreise ebenso. Diese Rolle muss entscheiden, welchen Konflikt das Unternehmen wie löst, und die Entscheidung gegenüber Vertrieb, Produktion und Einkauf vertreten. Das verlangt Zahlenfestigkeit und Verhandlungsgeschick in gleichem Maß.
Die Arbeitszeit liegt im Tagesdienst, wird aber von Zeitzonen und von Störungen bestimmt: Ein gesperrter Hafen, ein ausgefallener Lieferant oder ein Zollproblem erzeugen Arbeit, die sich nicht verschieben lässt. Reisetätigkeit zu Werken, Lieferanten und Dienstleistern gehört dazu. Wer aus dem operativen Bereich kommt, sollte wissen, dass hier weniger unmittelbar gesteuert und mehr überzeugt wird.
Aussichten
Die Rolle hat in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen, weil Lieferketten störanfälliger geworden sind und Versorgungssicherheit zur Führungsaufgabe wurde. Gesucht werden Fachleute, die Planungssysteme beherrschen, Risiken quantifizieren und Alternativen rechnen können. Der Bedarf ist branchenübergreifend, besonders in Industrie, Handel und Pharma. Die üblichen nächsten Schritte sind die Leitung der Supply Chain eines Geschäftsbereichs, die Logistikleitung eines Unternehmens oder der Wechsel in Beratung und Netzwerkplanung.
Aufgaben
- Bedarfs- und Absatzplanung abstimmen
- Bestände und Reichweiten über mehrere Stufen steuern
- Lieferanten auswählen, entwickeln und bewerten
- Logistikdienstleister ausschreiben und steuern
- Netzwerke und Standortstrukturen bewerten
- Versorgungsrisiken erkennen und absichern
- Kennzahlen zu Lieferfähigkeit und Kosten berichten
- Zoll- und Nachweispflichten in der Kette sicherstellen
Voraussetzungen
- Studium mit Schwerpunkt Logistik oder vergleichbare Fortbildung
- Erfahrung in Disposition, Einkauf oder Produktionsplanung
- Sichere Datenauswertung und Planungssysteme
- Englisch auf Verhandlungsniveau
- Verhandlungsgeschick gegenüber Lieferanten
- Bereitschaft zu Reisen und internationaler Zusammenarbeit
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen mit mehreren Werken
- Handels- und Konsumgüterkonzerne
- Pharma- und Medizintechnikhersteller
- Logistikdienstleister mit Kontraktgeschäft
- Beratungshäuser mit Schwerpunkt Lieferkette
Der Weg in den Beruf
Einen Ausbildungsberuf dieses Namens gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Logistik, des Supply Chain Managements, des Wirtschaftsingenieurwesens oder der Wirtschaftsinformatik, gefolgt von Erfahrung in Disposition, Einkauf, Produktionsplanung oder Logistik. Der zweite Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung nach § 2 der zugehörigen Verordnung oder als Industriekaufmann, mehrere Jahre Praxis und den Geprüften Fachwirt für Logistiksysteme oder den Geprüften Betriebswirt. Ergänzend sind Zertifikate in Planungsmethoden und Projektmanagement verbreitet.
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