Supply Chain & Logistikplanung
Logistikkoordinator
Logistikkoordinatoren halten die Schnittstellen zwischen Lager, Transport, Produktion und Kunde zusammen; sie planen nicht auf Jahre, sondern ordnen den laufenden Betrieb.
43 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Logistikkoordinator verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.300 € | 3.700 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 3.900 € | 4.400 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.600 € | 5.300 € | 55.200 € |
Der Zuschnitt der Stelle wiegt schwerer als die Berufsjahre, denn unter dieser Bezeichnung werden sehr verschiedene Aufgaben ausgeschrieben: von der terminlichen Nachverfolgung mit Berichtspflicht bis zur eigenverantwortlichen Steuerung eines Standorts oder einer Baustelle mit Budgetbezug. Hinzu kommen Branche, Unternehmensgröße, Region und Tarifbindung, die in der Logistik regional sehr unterschiedlich ausgestaltet ist. In der Baulogistik kommen Auslöse und Reisezeiten hinzu, wenn der Einsatzort wechselt. Angegeben ist das Grundgehalt ohne Zulagen, Prämien und Auslöse.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Logistikkoordinator?
Er sorgt dafür, dass die Beteiligten einer Kette voneinander wissen. Zwischen Lager, Fuhrpark, Produktion, Einkauf, Vertrieb und externen Dienstleistern liegen Übergaben, an denen Termine verloren gehen, und genau dort sitzt diese Rolle. Zum Alltag gehören die Abstimmung von Anlieferfenstern und Rampenzeiten, die Überwachung von Sendungen und Beständen, das Nachhalten von Terminen, die Klärung von Abweichungen und die Aufbereitung der Zahlen, aus denen hervorgeht, woran es hakt.
Ein eigener Schwerpunkt ist die Baulogistik. Auf Großbaustellen koordiniert diese Rolle Anlieferungen, Kranzeiten, Lagerflächen, Entsorgung und Zufahrten mehrerer Gewerke; die Arbeit findet dann nicht am Schreibtisch, sondern auf dem Gelände statt. In Industrie und Handel liegt der Schwerpunkt eher auf Systemen und Abstimmung. Von der Disposition unterscheidet sich die Koordination dadurch, dass nicht Fahrzeuge eingeteilt, sondern Beteiligte in Einklang gebracht werden; von der Planung dadurch, dass der laufende Betrieb im Mittelpunkt steht und nicht der Entwurf für das nächste Jahr.
Wie wird man Logistikkoordinator?
Es gibt keinen Ausbildungsberuf dieses Namens. Üblich sind eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, oder die Fachkraft für Lagerlogistik, jeweils mit einigen Jahren Erfahrung im Betrieb. In der Baulogistik kommen Zugänge aus Bauberufen und aus der Bauleitung hinzu, weil Ablauf und Sprache der Baustelle sonst schwer zu lernen sind.
Aufbauend passen der Geprüfte Fachwirt für Logistiksysteme, der Fachwirt im Bereich Spedition und Logistik sowie Lehrgänge in Projektmanagement und Prozessanalyse. Gefragt sind außerdem sichere Kenntnisse in Tabellenkalkulation und in dem Warenwirtschafts- oder Transportmanagementsystem des Hauses, weil ein erheblicher Teil der Arbeit aus Auswertung und Abgleich besteht.
Was der Beruf verlangt
Vor allem Beharrlichkeit ohne Weisungsbefugnis. Diese Rolle führt selten Personal und muss trotzdem erreichen, dass Zusagen eingehalten werden; das gelingt über Verlässlichkeit, saubere Dokumentation und das rechtzeitige Ansprechen von Problemen. Dazu kommt Termindruck, weil Abweichungen immer dann auffallen, wenn wenig Zeit zum Gegensteuern bleibt.
Die Arbeitszeit liegt überwiegend im Tagesdienst, folgt in Betrieben mit Mehrschichtbetrieb aber den Anlieferzeiten und beginnt dann früh. Wo Nacht- oder Wochenendarbeit anfällt, gelten § 6 des Arbeitszeitgesetzes für den Ausgleich und § 3b des Einkommensteuergesetzes für die Steuerfreiheit gezahlter Zuschläge. Wo ein erheblicher Teil der Mannschaft über Personaldienstleister kommt, gehört die Kenntnis der Grundzüge des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes zur Aufgabe, insbesondere der Überlassungshöchstdauer von achtzehn Monaten nach § 1 Absatz 1b und der Unterweisungspflicht des Entleihers nach § 12 Absatz 2 des Arbeitsschutzgesetzes.
Aussichten
Ketten werden länger, die Zahl der Beteiligten größer, und je mehr Leistungen fremd vergeben werden, desto wichtiger wird die Stelle, an der alles zusammenläuft. Der Bedarf ist entsprechend stabil, in der Baulogistik sogar wachsend, weil enge Innenstadtbaustellen ohne geordnete Anlieferung nicht funktionieren. Die üblichen nächsten Schritte sind die Projektleitung, die Prozessplanung oder eine Leitungsfunktion im eigenen Bereich.
Aufgaben
- Anlieferfenster und Rampenzeiten abstimmen
- Sendungen, Bestände und Termine nachhalten
- Dienstleister und interne Bereiche koordinieren
- Abweichungen klären und Gegenmaßnahmen anstoßen
- Auswertungen und Kennzahlen aufbereiten
- Lagerflächen und Transportmittel einplanen
- Dokumentation und Berichte pflegen
- Besprechungen vorbereiten und Ergebnisse nachverfolgen
Voraussetzungen
- Kaufmännische oder logistische Ausbildung
- Erfahrung in Lager, Transport oder Baustellenabwicklung
- Sicherer Umgang mit Tabellenkalkulation und Fachsystemen
- Organisationsvermögen und Beharrlichkeit
- Klare schriftliche und mündliche Abstimmung
- Bereitschaft zu frühem Arbeitsbeginn
Wo man arbeitet
- Industrie- und Handelsunternehmen mit eigener Logistik
- Logistikdienstleister und Speditionen
- Baulogistik auf Großbaustellen
- Kontraktlogistik an Kundenstandorten
- Ersatzteil- und Anlagenlogistik
Der Weg in den Beruf
Einen Ausbildungsberuf dieses Namens gibt es nicht. Üblich sind eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung nach der zugehörigen Verordnung, oder die Fachkraft für Lagerlogistik nach der Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich, jeweils mit einigen Jahren Berufserfahrung. In der Baulogistik führen auch Bauberufe und die Bauleitung in diese Rolle. Aufbauend eignen sich der Geprüfte Fachwirt für Logistiksysteme, der Fachwirt im Bereich Spedition und Logistik sowie Lehrgänge in Projektmanagement und Prozessanalyse; ein Studium der Logistik oder des Wirtschaftsingenieurwesens öffnet den Weg in Planung und Projektleitung.
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