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Supply Chain & Logistikplanung

Projektleiter Logistik

Projektleiter in der Logistik führen Vorhaben mit Anfang und Ende: Standortanläufe, Automatisierungen, Systemeinführungen und Ausschreibungen für Logistikdienstleistungen.

19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Projektleiter Logistik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.900 € 4.300 € 4.800 € 51.600 €
Mit Berufserfahrung 4.600 € 5.200 € 5.900 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.400 € 6.200 € 7.300 € 74.400 €

Bestimmend sind Projektgröße, Budgetverantwortung und Branche. Die Leitung eines Teilprojekts in einem Mittelständler wird deutlich anders bewertet als ein Standortanlauf mit eigenem Investitionsbudget und mehreren Gewerken. Anlagenbauer, Konzerne und Beratungshäuser zahlen über Logistikdienstleistern, und in Industrieunternehmen greifen Tarifwerke, die über den regionalen Tarifverträgen der Logistik liegen. Reisetätigkeit wird über Spesen und Reisezeitregelungen abgegolten, die kein Arbeitsentgelt sind und daher nicht für Rente und Lohnersatzleistungen zählen. Angegeben ist das Grundgehalt ohne variable Bestandteile und Spesen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Projektleiter Logistik?

Er führt ein Vorhaben von der Idee bis zur Übergabe an den Betrieb. Typische Projekte sind der Anlauf eines neuen Standorts, die Verlagerung eines Lagers, die Einführung eines Lagerverwaltungssystems, der Einbau von Förder- und Regaltechnik, die Ausschreibung einer Logistikdienstleistung oder die Umstellung eines Kommissionierverfahrens. Zur Arbeit gehören Ziel- und Umfangsklärung, Termin- und Kostenplan, Vergabe und Steuerung von Lieferanten, Risikobetrachtung, Abnahme und die Übergabe an den laufenden Betrieb.

Ein eigener Schwerpunkt liegt in der Baulogistik und im Anlagenbau, wo die Projektleitung auf der Baustelle stattfindet und Gewerke, Anlieferungen und Inbetriebnahmen koordiniert. In Handel und Industrie ist die Rolle näher am Schreibtisch, in der Kontraktlogistik näher am Kunden, weil ein Projekt dort meist die Aufnahme eines neuen Auftrags bedeutet.

Wie wird man Projektleiter Logistik?

Über Fachkenntnis plus Projekterfahrung. Der übliche Weg führt über ein Studium der Logistik, des Wirtschaftsingenieurwesens, des Maschinenbaus oder der Betriebswirtschaft und mehrere Jahre in Planung, Betrieb oder Beratung. Der zweite führt aus der Praxis: Fachkraft für Lagerlogistik oder eine kaufmännische Ausbildung, Erfahrung in der Halle, Logistikmeister oder Fachwirt und die Mitarbeit in Projekten, bis die erste eigene Leitung folgt.

Verlangt werden daneben Methodenkenntnisse im Projektmanagement, Erfahrung mit Ausschreibungen und Verträgen und ein belastbares Verständnis der Technik, über die entschieden wird. Zertifikate in Projektmanagement sind verbreitet; sie ersetzen keinen abgeschlossenen Standortanlauf im Lebenslauf, denn danach wird eingestellt.

Was der Beruf verlangt

Führung ohne durchgehende Weisungsbefugnis. Projektmitglieder haben eine Linienzugehörigkeit, Lieferanten einen eigenen Vertrag, und der Betrieb hat Tagesgeschäft, das vorgeht. Wer hier vorankommt, arbeitet mit klaren Vereinbarungen, dokumentierten Entscheidungen und offen benannten Risiken statt mit Optimismus.

Die Belastung ist ungleich verteilt: Ruhigen Phasen folgen Wochen, in denen Umzüge, Inbetriebnahmen und Anläufe an Wochenenden und in Nächten stattfinden, weil ein Lager nicht im laufenden Betrieb umgebaut werden kann. Wo dabei Nachtarbeit anfällt, gelten § 6 des Arbeitszeitgesetzes und für gezahlte Zuschläge die Grenzen des § 3b des Einkommensteuergesetzes. Reisetätigkeit gehört bei Dienstleistern, Anlagenbauern und Beratungen zur Stelle; in Anlaufphasen werden zusätzlich befristete Kräfte und Beschäftigte von Personaldienstleistern eingesetzt, deren Unterweisung nach § 12 Absatz 2 des Arbeitsschutzgesetzes dem Einsatzbetrieb obliegt.

Aussichten

Die Nachfrage ist gut und wird von der Investitionstätigkeit getragen: Automatisierung, Netzwerkumbauten, Systemwechsel und neue Standorte erzeugen dauerhaft Projekte. Gesucht werden Projektleiterinnen und Projektleiter, die Technik, Betrieb und Vertragsseite gleichermaßen beherrschen und die einen Anlauf auch dann zu Ende bringen, wenn der Terminplan nicht mehr hält. Die Wege führen in die Leitung eines Projektportfolios, in die Standort- oder Logistikleitung und in die Beratung.

Aufgaben

  • Projektziele, Umfang und Termine festlegen
  • Kosten planen und Budgets überwachen
  • Lieferanten auswählen, beauftragen und steuern
  • Standortanläufe und Verlagerungen führen
  • Systemeinführungen fachlich begleiten
  • Risiken bewerten und Gegenmaßnahmen festlegen
  • Abnahmen durchführen und Mängel verfolgen
  • Übergabe an den laufenden Betrieb organisieren

Voraussetzungen

  • Studium oder Fortbildung mit Logistikbezug
  • Nachweisbare Erfahrung in Logistikprojekten
  • Methodenkenntnisse im Projektmanagement
  • Verständnis für Förder-, Regal- und Systemtechnik
  • Erfahrung mit Ausschreibungen und Verträgen
  • Bereitschaft zu Reisen und Einsätzen an Wochenenden

Wo man arbeitet

  • Logistikdienstleister und Kontraktlogistik
  • Industrie- und Handelsunternehmen
  • Intralogistik- und Anlagenbauer
  • Baulogistik auf Großbaustellen
  • Beratungshäuser mit Logistikschwerpunkt

Der Weg in den Beruf

Einen Ausbildungsberuf dieses Namens gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Logistik, des Wirtschaftsingenieurwesens, des Maschinenbaus oder der Betriebswirtschaft mit mehreren Jahren Erfahrung in Planung, Betrieb oder Beratung. Der zweite Weg führt über eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik nach der Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich oder über einen kaufmännischen Beruf, Betriebserfahrung, den Geprüften Logistikmeister oder den Geprüften Fachwirt für Logistiksysteme und die Mitarbeit in Projekten. Ergänzend sind Zertifikate im Projektmanagement sowie Kenntnisse in Vergabe, Vertrags- und Abnahmefragen üblich.

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