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Disposition & Spedition

Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung organisieren und verkaufen Transporte; die Ausbildung dauert drei Jahre und ist der kaufmännische Grundberuf der gesamten Branche.

74 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.900 € 3.200 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.500 € 3.900 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.100 € 4.800 € 49.200 €

Die Spanne folgt weniger den Berufsjahren als dem Aufgabengebiet und der Größe des Hauses. Zoll, Seefracht, Luftfracht und Gefahrgut werden regelmäßig höher bewertet als die allgemeine Auftragsabwicklung, und internationale Verkehre höher als der Nahverkehr. Hinzu kommen die regional abgeschlossenen Tarifwerke des Speditionsgewerbes, deren Entgeltgruppen sich deutlich unterscheiden, sowie die Frage, ob ein Betrieb überhaupt tarifgebunden ist. In größeren Häusern sind variable Bestandteile aus Zielvereinbarungen üblich, in kleinen Speditionen selten. Angegeben ist das Grundgehalt ohne Prämien und Überstunden.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung?

Er organisiert Transporte, ohne selbst zu fahren. Sendungen werden angenommen, kalkuliert und auf den passenden Verkehrsträger gebracht, Frachtraum wird eingekauft, Subunternehmer werden beauftragt, Papiere werden erstellt, Sendungen verfolgt und Rechnungen geprüft. Dazu kommen Angebote und Kundenbetreuung, Reklamations- und Schadenabwicklung sowie die Zusammenarbeit mit Lager, Zoll und Auslandspartnern.

Der Beruf ist der kaufmännische Grundberuf der Branche und deshalb der Ausgangspunkt für mehrere Rollen dieses Katalogs. Wer ihn erlernt hat, arbeitet später als Disponent, als Sachbearbeiter in Seefracht, Luftfracht oder Zoll, im Vertrieb oder in der Niederlassungsleitung. Das erklärt auch die häufige Verwechslung mit dem Disponenten: Der Kaufmann ist der Abschluss, die Disposition eine der Tätigkeiten, die auf ihm aufbauen. Eine Stellenanzeige, die den Abschluss nennt, sucht jemanden mit dieser Ausbildung; eine Anzeige, die nur die Disposition nennt, tut das nicht unbedingt.

Wie wird man Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung?

Über die duale Ausbildung, die nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung drei Jahre dauert; § 1 erkennt den Beruf staatlich an. Ausgebildet wird in Speditionen, bei Logistikdienstleistern, in Reedereiagenturen und in den Verkehrsabteilungen größerer Industrie- und Handelsunternehmen. Die Berufsschule vermittelt Frachtrecht, Kalkulation, Verkehrsgeografie, Zoll und Rechnungswesen.

Aufbauend stehen der Fachwirt im Bereich Spedition und Logistik, der Geprüfte Fachwirt für Logistiksysteme und der Verkehrsfachwirt zur Verfügung, dazu die fachliche Eignung im Güterkraftverkehr und der Geprüfte Betriebswirt. Ein Studium der Logistik, der Betriebswirtschaft oder des Supply Chain Managements führt in Leitungsfunktionen und in die Netzwerkplanung. Quereinsteiger aus anderen kaufmännischen Berufen kommen über die Sachbearbeitung in die Branche, häufig zunächst in Zoll oder Abfertigung.

Was der Beruf verlangt

Genauigkeit im Papier und Schnelligkeit am Telefon zugleich. Fehler in Frachtpapieren, Zollanmeldungen oder Gefahrgutdokumenten haben unmittelbare Folgen, und sie fallen erst am Zielort auf. Dazu kommt Termindruck, weil Abfahrtszeiten, Schiffs- und Flugabfertigungen feststehen und nicht verschoben werden. Sprachkenntnisse, insbesondere Englisch, sind im internationalen Verkehr keine Zusatzqualifikation, sondern Voraussetzung.

Die Arbeitszeit liegt überwiegend im Tagesdienst, in der Disposition und in der Abfertigung jedoch häufig in versetzten Schichten mit frühem Beginn oder spätem Ende, weil der Verkehr dann läuft. Wo Nacht- oder Wochenendarbeit anfällt, gelten § 6 des Arbeitszeitgesetzes und für die Steuerfreiheit gezahlter Zuschläge § 3b des Einkommensteuergesetzes. Belastend ist in diesem Beruf weniger der Körper als die Erreichbarkeit und die Verantwortung für Sendungen, die sich unterwegs befinden.

Aussichten

Der Beruf bleibt gefragt, weil Handel und Industrie ihre Transporte überwiegend fremd vergeben und die Zahl der Vorschriften eher zu- als abnimmt. Digitalisierung verändert die Arbeit deutlich: Standardsendungen werden über Portale gebucht und automatisch abgerechnet, während Sonderverkehre, Projektladung, Zollfragen und Schadenfälle Sache erfahrener Kaufleute bleiben. Wer sich auf Zoll, Gefahrgut, Seefracht oder Luftfracht spezialisiert, steht besonders gut da; die üblichen Aufstiege führen in Abteilungs-, Niederlassungs- und Geschäftsleitung.

Aufgaben

  • Transportaufträge annehmen, kalkulieren und disponieren
  • Frachtraum einkaufen und Subunternehmer beauftragen
  • Fracht-, Zoll- und Gefahrgutpapiere erstellen
  • Sendungen verfolgen und Kunden unterrichten
  • Angebote erstellen und Kundenbeziehungen pflegen
  • Reklamationen und Transportschäden bearbeiten
  • Eingangsrechnungen prüfen und Ausgangsrechnungen erstellen
  • Kennzahlen zu Kosten und Qualität auswerten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung
  • Kenntnisse in Frachtrecht, Kalkulation und Zollabwicklung
  • Sicherer Umgang mit Speditionssoftware
  • Englischkenntnisse für den internationalen Verkehr
  • Belastbarkeit unter Termindruck
  • Sorgfalt bei Papieren und Fristen

Wo man arbeitet

  • Speditionen und Logistikdienstleister
  • Reedereiagenturen und Luftfrachtabfertiger
  • Verkehrsabteilungen von Industrie und Handel
  • Kurier-, Express- und Paketdienste
  • Zoll- und Außenhandelsabteilungen

Der Weg in den Beruf

Duale Ausbildung von drei Jahren nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, die den Beruf in § 1 staatlich anerkennt. Ausgebildet wird in Speditionen, bei Logistikdienstleistern, in Agenturen und in Verkehrsabteilungen von Industrie und Handel. Aufbauend folgen der Fachwirt im Bereich Spedition und Logistik, der Geprüfte Fachwirt für Logistiksysteme, der Verkehrsfachwirt, die fachliche Eignung im Güterkraftverkehr und der Geprüfte Betriebswirt; daneben ein Studium der Logistik, der Betriebswirtschaft oder des Supply Chain Managements. Quereinsteiger aus kaufmännischen Berufen steigen häufig über Zoll und Abfertigung ein.

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