Lager & Kommissionierung
Fachkraft für Lagerlogistik
Fachkräfte für Lagerlogistik steuern den Warenfluss vom Wareneingang bis zum Versand; die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst über den Fachlageristen hinaus Planung, Kennzahlen und Optimierung.
281 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fachkraft für Lagerlogistik verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.700 € | 3.000 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.300 € | 44.400 € |
Der Abschluss wirkt vor allem dort, wo ein Tarifvertrag gilt, denn dann entscheidet die Eingruppierung und nicht die Verhandlung. In der tariflosen Fläche verschwimmt der Abstand zur ungelernten Lagerkraft, und die Region wiegt schwerer als das Zeugnis; die Tarifwerke der Logistik werden regional abgeschlossen und unterscheiden sich erheblich. Hinzu kommen Schichtmodell und Zuschläge, die im Dreischichtbetrieb einen erheblichen Teil des ausgezahlten Betrages ausmachen, sowie Zulagen für Gefahrstoff-, Kühl- und Reinraumbereiche. Angegeben ist das Grundgehalt ohne Zuschläge und Zulagen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Fachkraft für Lagerlogistik?
Diese Fachkraft verantwortet den Warenfluss einer Halle und nicht nur einzelne Handgriffe darin. Zum Aufgabenbild gehören dieselben vier Kernbereiche wie beim Fachlageristen, also Annahme, Lagerung, Kommissionierung und Verpackung sowie Versand von Gütern. Hinzu kommt die Ebene darüber: Lagerplätze nach Umschlaghäufigkeit, Güterbeschaffenheit und Wegzeiten festlegen, Beladepläne unter Berücksichtigung eines Tourenplans erstellen, Bestände und Kennzahlen auswerten, Abläufe im Lagerverwaltungssystem abbilden und Verbesserungen anstoßen.
Das ist der Unterschied, der über Gehalt und Aufstieg entscheidet, und er steht in der Prüfungsordnung. Die Abschlussprüfung umfasst nach § 14 der Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich die Bereiche Praktische Arbeitsaufgaben, Prozesse der Lagerlogistik, Rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Verlangt wird dort ausdrücklich, komplexe Abläufe zu analysieren, zu bewerten und Lösungswege zu entwickeln. Beim Fachlageristen heißen die entsprechenden Bereiche nach § 10 Lagerprozesse und Güterbewegung, und dort geht es um Bewerten und Darstellen, nicht um Analysieren und Optimieren. Auf eine Formel gebracht: der zweijährige Beruf steht für die sichere Ausführung, der dreijährige zusätzlich für Planung, Disposition und die Arbeit mit Kennzahlen.
Wie wird man Fachkraft für Lagerlogistik?
Über die duale Ausbildung, die nach § 2 derselben Verordnung drei Jahre dauert; § 1 erkennt Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik nebeneinander als Ausbildungsberufe an. Beide stehen in einer einzigen Verordnung mit gemeinsamem ersten Teil, und § 6 lässt ausdrücklich zu, die zweijährige Ausbildung für das dritte Ausbildungsjahr im Beruf der Fachkraft fortzusetzen. Wer den dreijährigen Abschluss hat, erfüllt den zweijährigen mit; umgekehrt gilt das nicht.
Erwachsene ohne Abschluss erreichen den Beruf über eine Umschulung oder über die Zulassung in besonderen Fällen nach § 45 Absatz 2 des Berufsbildungsgesetzes, die das Eineinhalbfache der vorgeschriebenen Ausbildungsdauer an Berufstätigkeit voraussetzt. Aufbauend folgen der Geprüfte Logistikmeister für die Führung in der Halle und der Fachwirt für Logistiksysteme für die kaufmännische Seite.
Was der Beruf verlangt
Die körperliche Seite bleibt: Heben, Tragen, Greifen aus ungünstigen Höhen, Zugluft an den Toren, Kälte im Frischebereich. Dazu kommt die Schicht, die in Distributionszentren rund um die Uhr läuft und über die Zuschläge einen erheblichen Teil des Einkommens ausmacht; § 6 des Arbeitszeitgesetzes verlangt dafür bezahlte freie Tage oder einen angemessenen Zuschlag, soweit kein Tarifvertrag etwas regelt, und § 3b des Einkommensteuergesetzes zieht die Grenze der Steuerfreiheit.
Fachlich verlangt der Beruf mehr Genauigkeit im Papier, als der Titel vermuten lässt. Begleitpapiere sind unter Berücksichtigung von Zoll- und Gefahrgutvorschriften zu prüfen, Ladung ist zu sichern, Mängel sind zu dokumentieren. Auch hier wird ein Teil der Stellen über Personaldienstleister besetzt; dann gelten § 8 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes mit dem Gleichstellungsgrundsatz und seiner tariflichen Abweichung für die ersten neun Monate sowie die Überlassungshöchstdauer von achtzehn Monaten nach § 1 Absatz 1b.
Aussichten
Von allen Lagerberufen hat dieser die beste Ausgangslage. Der Abschluss ist die Eintrittskarte in die Facharbeitereingruppierung tarifgebundener Betriebe, er wird für Fortbildungen oberhalb der Facharbeiterebene vorausgesetzt, und er bleibt gefragt, während einfache Tätigkeiten zunehmend automatisiert werden. Die Wege führen in die Schicht- und Teamführung, in die Disposition, in die Qualitätssicherung und in die Prozessplanung; mit dem Logistikmeister oder dem Fachwirt öffnet sich die Lagerleitung.
Aufgaben
- Wareneingänge annehmen, prüfen und erfassen
- Lagerplätze nach Umschlaghäufigkeit und Beschaffenheit festlegen
- Kommissionierung steuern und Aufträge zusammenführen
- Beladepläne unter Berücksichtigung des Tourenplans erstellen
- Ladung sichern und Versandpapiere ausfertigen
- Bestände führen, Inventuren vorbereiten und Differenzen klären
- Kennzahlen auswerten und Abläufe verbessern
- Neue Kolleginnen und Kollegen einarbeiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik
- Sicherer Umgang mit Lagerverwaltungssystemen
- Kenntnisse in Ladungssicherung, Gefahrgut und Zollpapieren
- Bereitschaft zu Schicht- und Wochenendarbeit
- Flurförderzeugschein
- Überblick auch bei hohem Auftragsaufkommen
Wo man arbeitet
- Distributionszentren des Handels
- Kontraktlogistik und Speditionslager
- Produktions- und Ersatzteillager der Industrie
- Pharma-, Lebensmittel- und Gefahrstofflager
- Versandhandel und Fulfillment-Dienstleister
Der Weg in den Beruf
Duale Ausbildung von drei Jahren nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich, die in § 1 zugleich den zweijährigen Fachlageristen anerkennt. Nach § 6 dieser Verordnung kann die Ausbildung zum Fachlageristen für das dritte Ausbildungsjahr im Beruf der Fachkraft für Lagerlogistik fortgesetzt werden; die kürzere Ausbildung ist damit die erste Stufe der längeren. Die Abschlussprüfung umfasst nach § 14 die Bereiche Praktische Arbeitsaufgaben, Prozesse der Lagerlogistik, Rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Erwachsene können über Umschulung oder über § 45 Absatz 2 des Berufsbildungsgesetzes zur Prüfung kommen. Aufbauend folgen Logistikmeister, Fachwirt für Logistiksysteme und ein Studium der Logistik.
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Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d) | 49078 Osnabrück
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