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Bewerbung

Der Lebenslauf in der Logistik: Scheine, Stationen, Lücken

Fahrerlaubnisse und Nachweise gehören mit Gültigkeitsdatum in einen eigenen Block. Wie die Stationen beschrieben werden und wie man mit Wechseln und Lücken umgeht.

6 Min. Lesezeit von Steven Schulz

Ein Lebenslauf für ein Lager, eine Spedition oder einen Zustellstützpunkt hat eine einzige Aufgabe: Er soll in einer halben Minute beantworten, was jemand fahren, bedienen und nachweisen darf und ab wann er kann. Er wird nicht gelesen wie ein Text, sondern überflogen wie eine Packliste. Dieser Text beschreibt, wie ein solcher Lebenslauf aufgebaut ist — und er behandelt ausführlich die beiden Punkte, an denen Bewerber in dieser Branche am häufigsten falsch beraten werden: die Nachweise und die Lücken.

Eine Seite, höchstens zwei

Tabellarisch, die jüngste Station oben. Eine Seite ist das Ziel, zwei sind die Grenze. Wer zwanzig Jahre im Beruf ist, fasst die frühen Jahre zu einer Zeile zusammen. Der Kopf enthält Namen, Wohnort, Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse aus Vor- und Nachnamen. Ein Foto ist möglich, aber nicht nötig; Geburtsdatum und Familienstand sind freiwillig.

Der Wohnort ist hier kein Nebendetail. Wer um vier Uhr morgens an der Rampe stehen oder um halb sechs den Zustellstützpunkt erreichen soll, wird danach gefragt, wie er dorthin kommt und wie lange er braucht. Nennen Sie den Ort und, wenn die Entfernung größer ist, in einem Halbsatz die Fahrzeit. Das erspart die Rückfrage.

Der eigene Block für Fahrerlaubnisse und Nachweise

Dies ist die wichtigste Abweichung vom üblichen Lebenslauf: Die Scheine stehen nicht unter „Kenntnisse" am Fuß der zweiten Seite, sondern in einem eigenen Block direkt unter den Kontaktdaten, noch vor der Berufserfahrung. Und jeder Eintrag trägt ein Datum, denn in dieser Branche laufen Nachweise ab.

  • Fahrerlaubnisklassen mit Erteilungsjahr und Ablaufdatum. Die Klassen C1, C1E, C und CE werden nach § 23 Abs. 1 FeV längstens für fünf Jahre erteilt und müssen danach verlängert werden; was dabei zu tun ist, steht unter Führerscheinklassen C und CE.
  • Schlüsselzahl 95 oder Fahrerqualifizierungsnachweis mit Gültigkeit, dazu das Jahr der zuletzt absolvierten Weiterbildung. Die Weiterbildung ist alle fünf Jahre fällig; Einzelheiten unter Berufskraftfahrerqualifikation.
  • Fahrerkarte mit Ablaufdatum.
  • ADR-Schulungsbescheinigung mit Gültigkeit und der Angabe, ob Aufbaukurse enthalten sind.
  • Staplerschein mit Jahr, Fahrzeugtyp und — falls vorhanden — dem Hinweis auf die schriftliche Beauftragung durch den bisherigen Betrieb. Was dahintersteht, erklärt der Flurförderzeugschein.
  • Weitere Berechtigungen: Kranschein, Hubarbeitsbühne, Ladungssicherung, Erste Hilfe, Brandschutzhelfer, Gefahrgutbeauftragter.
  • Systeme und Geräte: das Lagerverwaltungssystem namentlich, Handscanner, Ringscanner, Pick-by-Voice, Staplerterminal, Telematik und digitaler Fahrtenschreiber.

Ein abgelaufener Nachweis wird nicht verschwiegen, sondern als abgelaufen gekennzeichnet. Wer stattdessen nur das Erwerbsjahr nennt, erzeugt im Gespräch genau die Nachfrage, die eine Jahreszahl mehr vermieden hätte. Und wer eine Verlängerung bereits beantragt hat, schreibt das dazu.

In denselben Block gehören zwei Angaben, die keine Nachweise sind und trotzdem mit darüber entscheiden, ob jemand angerufen wird: die Verfügbarkeit mit einem konkreten Datum und die Schichtbereitschaft. Schreiben Sie nicht „flexibel", sondern was gemeint ist: Früh und Spät im Wechsel, Dauernacht, Wochenendrotation, Zustellung am Samstag, Rufbereitschaft. Wer eine Einschränkung hat — keine Nachtschicht, keine Übernachtung auswärts, nur Nahverkehr —, schreibt sie hier hin und nicht erst ins Gespräch. Eine Einschränkung, die vorher steht, kostet eine Bewerbung; dieselbe Einschränkung, die im Vorstellungsgespräch auftaucht, kostet den Betrieb einen Termin und Sie den guten Eindruck.

Die Stationen konkret beschreiben

Bei jeder Station gehören Zeitraum, Arbeitgeber, Ort und Berufsbezeichnung in die Kopfzeile. Darunter kommt das Entscheidende, und das ist nicht der Titel, sondern die Art des Betriebs und der Ware. „Lagermitarbeiter" kann fast alles bedeuten. Aussagekräftig wird es erst so: Stückgutumschlag in einer Spedition, Nachtschicht, rund achtzig Sendungen je Schicht, Be- und Entladen mit Frontstapler und Ameise, Dokumentation im Lagerverwaltungssystem.

Nennen Sie also bei Lagerstationen die Branche des Auftraggebers, die Warenart und das Temperaturniveau — Trockensortiment, Frische, Tiefkühl —, die Lagerform vom Bodenblock bis zum Hochregal, den Kommissionierumfang und die eingesetzten Geräte. Bei Fahrerstationen gehören Nah- oder Fernverkehr, Fahrzeugart vom Transporter über den Gliederzug bis zur Sattelzugmaschine, Ladungsart und die Frage dazu, ob Sie selbst verladen haben. Bei Zustellstationen sind es Bezirk, Sendungsart und die Zahl der Stopps.

Diese Angaben sind für jemanden, der einstellt, die eigentliche Information. Ein Kontraktlogistiker im Frischebereich sucht andere Leute als ein Ersatzteillager mit hunderttausend Artikelnummern, auch wenn in beiden Fällen „Fachkraft für Lagerlogistik" auf dem Zeugnis steht. Zwei bis vier Zeilen je Station genügen dafür.

Berufsanfänger drehen die Reihenfolge um: Bei ihnen steht die Ausbildung oben, darunter, was im Betrieb tatsächlich gemacht wurde, und darunter Praktika und Ferienarbeit. Wer sich zwischen den beiden Ausbildungsberufen im Lager erst noch entscheidet, findet die Unterschiede unter Fachlagerist oder Fachkraft für Lagerlogistik.

Lücken und häufige Wechsel

Hier weicht die Logistik vom Rest des Arbeitsmarktes deutlich ab, und der übliche Ratschlag, Lücken durch geschickte Formulierung verschwinden zu lassen, geht an dieser Branche vorbei. Kurze Beschäftigungsverhältnisse und Unterbrechungen sind hier nicht die Ausnahme, sondern der Normalfall, und die Gründe dafür liegen in aller Regel nicht bei den Beschäftigten.

Der häufigste Grund ist die Zeitarbeit. Einsätze enden, wenn der Auftrag endet, und ein Lebenslauf mit vier Entleihbetrieben in zwei Jahren ist das Abbild einer Beschäftigungsform, nicht eines unsteten Charakters. Schreiben Sie deshalb den Personaldienstleister als Arbeitgeber in die Kopfzeile und die Einsatzbetriebe darunter — das ergibt eine zusammenhängende Beschäftigung statt einer Reihe von Bruchstücken. Was rechtlich dahintersteht, von der Überlassungshöchstdauer bis zum Entgelt, ist unter Zeitarbeit in der Logistik beschrieben.

Der zweite Grund ist die Saison. Das Weihnachtsgeschäft in der Zustellung und im Handelslager, die Erntesaison in der Lebensmittellogistik, Inventurphasen: Befristungen von wenigen Monaten sind hier üblich und werden auch so verstanden.

Der dritte Grund sind Betriebsübergänge und Ausschreibungsverluste. In der Kontraktlogistik wechselt der Dienstleister, wenn der Auftraggeber neu ausschreibt. Die Halle bleibt, die Leute bleiben, der Name auf dem Arbeitsvertrag wechselt. Ein Lebenslauf, in dem an derselben Adresse drei Arbeitgeber aufeinanderfolgen, wird sofort verstanden, wenn ein Halbsatz dabeisteht: Betriebsübergang, Standort unverändert.

Benennen Sie echte Lücken knapp und ohne Rechtfertigung in einer Zeile: „Arbeitsuche", „saisonbedingte Unterbrechung", „Betriebsstilllegung", „Umschulung". Ein Satz genügt, ein ausgedehnter Nebensatz schadet. Krankheitszeiten müssen nicht benannt werden, und eine Diagnose gehört nicht in den Lebenslauf; im Gespräch ist ohnehin nur die Frage nach der aktuellen Einsatzfähigkeit von Belang. Wer viele kurze Stationen hat, legt sich für das Gespräch einen Satz zurecht, der sagt, was er jetzt sucht — worauf es dort ankommt, steht unter Vorstellungsgespräch.

Zeugnisse, Anhang, Abschlüsse aus dem Ausland

In den Anhang gehören in dieser Reihenfolge: Lebenslauf, Abschlusszeugnis, Kopien der Nachweise und Scheine, ein bis zwei Arbeitszeugnisse. Originale gehen nie mit. Kleine Speditionen stellen oft kein ausführliches Zeugnis aus; das ist kein Makel, und eine gute Tätigkeitsbeschreibung im Lebenslauf wiegt das auf.

Ein Abschluss aus einem anderen Land wird ganz normal aufgeführt: Bezeichnung im Original, Land, Jahr, dazu eine kurze deutsche Erläuterung, was er umfasst. Ob eine ausländische Fahrerlaubnis hier gilt und was für ihre Anerkennung nötig ist, beantwortet die Fahrerlaubnisbehörde, nicht der Betrieb, und die Auskunft sollte man vor der Bewerbung einholen. Wer ohne einschlägigen Abschluss einsteigt, findet die möglichen Wege unter Quereinstieg. Was in das zugehörige Anschreiben gehört, steht an anderer Stelle.

Bis dahin gilt dasselbe wie für alle: die Nachweise nach oben, die Arbeit konkret beschreiben, den Rest knapp halten. Wo sich das gerade lohnt, zeigt ein Blick auf die offenen Stellenangebote und auf die Stellen in der Lagerlogistik.

Wenden Sie das direkt an: Im Stellenmarkt stehen Anzeigen aus ganz Deutschland, und zu jedem Beruf finden Sie die Aufgaben und die üblichen Gehälter daneben.

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